DÜV-News

*Fotos von der ZHAW (Angewandte Linguistik)
zur Verfügung gestellt

DÜV Excellence Award 2020

21. November 2020

Zum dritten Mal durfte die DÜV ihren Excellence-Award für eine ausgezeichnete Masterarbeit im Bereich Übersetzen und Dolmetschen vergeben.
Unser mit 1’800 Fr. dotierter Preis ging dieses Jahr an unsere Kollegin Madlaina Caflisch für ihre umfassende, spannende, tiefgründige und wichtige Arbeit mit dem Titel «Politisch bürgerlich/rechts und homosexuell – ein Widerspruch?» Wie Madlaina in ihrer Dankesrede sagt, ist Sprache, sind Wörter wichtig, um Realitäten erst zu benennen und dann vielleicht zu verändern. «Sprache ist Macht. Sprache kann aber auch Unterdrückung sein. Als SprachexpertInnen haben wir das nötige Werkzeug, um solche Machtverhältnisse zu erkennen und vielleicht sogar zu verändern. Mit unseren Übersetzungen und Verdol­metschungen (…) prägen wir die Sprache mit und somit auch die Denkweise unserer Gesellschaft.“

Wir freuen uns sehr, dass auch der dritte DÜV Excellence Award eine würdige Preisträgerin gefunden hat. Der Award wurde im Rahmen der Diplomfeier übergeben, nachdem alle DiplomandInnen der ZHAW-Abteilungen Dolmetschen, Übersetzen und Organisationskommunikation ihre wohlverdienten Studienzertifikate in Empfang nehmen durften. Wir gratulieren den DiplomandInnen herzlich und freuen uns, sie vielleicht schon bald in unseren Reihen als DÜV-Mitglieder willkommen zu heissen.

Obschon die Feierlichkeiten diesmal coronabedingt eher im kleinen Rahmen stattfanden, erlebten die Anwesenden dank der sorgfältigen Planung, der wortwitzigen, ansprechenden und sehr treffenden Reden und nicht zuletzt dank der grosszügigen Bewirtung im schönen Casino-Theater Winterthur einen gelungenen und gemütlichen Abend. Der funkelnde Bühnenhimmel und die musikalische Untermalung vermochten es, die Anwesenden trotz allem in eine sehr spezielle, lustig-feierliche Stimmung zu versetzen, so sehr, dass beim Abholen der Diplome jeder und jede ein paar beschwingte Tanzschritte aufs Parkett legte und / oder sich – endlich vom Studiumsstress erlöst – in Siegerposse schmiss.

Die Entstehungsgeschichte des neuen DÜV-Logos

Interview mit Marcel Britt, Partner und Geschäftsführer der Saloon Creatives GmbH

26. Oktober 2020

Marcel, du hast mit deinem Designstudio Saloon das neue Logo der DÜV entwickelt. Kannst du dein Team und eure Arbeit kurz vorstellen?

Die Kernkompetenz unseres Studios liegt in der Entwicklung von visuellen Identitäten. Wir verschmelzen Markenstrategien mit Kreativität, um Emotionen zu erzeugen, welche eine erfolgsbringende Vermarktung unterstützen. Sind diese Emotionen auf den Absender hin glaubwürdig? Unterscheiden sie sich im jeweiligen Marktumfeld? Sind sie für die jeweiligen Ansprechgruppen überhaupt relevant? Können wir diese Fragen mit «Ja» beantworten, dann haben wir mit unserem Design einen Geschäftsvorteil für unseren Kunden geschaffen. Das war auch die Absicht beim DÜV-Engagement. Unser Team besteht aus vier Designern, die jeweils ihre eigenen Kernkompetenzen mitbringen. Das ist nicht nur spannend für uns, sondern auch für unsere Kunden. Denn sie erhalten so immer Ideen, die wir im Vorfeld aus unterschiedlichen Blickwinkeln geprüft haben.

Kanntest du die DÜV schon vor unserer Zusammenarbeit?

Tatsächlich. Wir sind die Kreativagentur der SV Schweiz, der Schweizer Personalrestaurant- und Mensenbetreiberin. Für eine textlastige Kampagne hat unsere Kundin die DÜV als Partnerin für die Übersetzungen vorgeschlagen mit der Begründung, dass die DÜV ihr Gastronomieglossar bereits gut kenne, zuverlässig und preislich attraktiv sei. Während der Zusammenarbeit wurde mir das mehr als bestätigt.

Inwiefern hat die Tatsache, dass du uns schon kanntest, deine Arbeit beeinflusst?

Während der oben genannten Zusammenarbeit hatte ich mehrmals und auf unterschiedliche Wiese Kontakt mit der DÜV. So konnte ich mir bereits aus Kundenperspektive ein Bild von ihr machen. Das war bei unserem Designprozess ein Vorteil, weil ich viel besser verstanden habe, wer hinter der Agentur steckt. Ich hatte also im Vorfeld bereits persönlichen Kontakt, habe E-Mails, Manuskripte, Angebote, Rechnungen und Werbegeschenke erhalten. Als Designer ist mir damals schon aufgefallen, dass der alte Auftritt gar nicht so richtig zum heutigen Wesen der DÜV passte.

Welches waren für dich die besonderen Schwierigkeiten bei diesem Auftrag?

Die recht unterschiedlichen Versprechen der DÜV in ein wirkungsvolles und authentisches Kleid zu schneidern. Versprechen wie etwa die Erfahrung, die bis ins Jahr 1951 reicht, Schweizer Qualität, Professionalität, Vertraulichkeit gepaart mit einem Kommunikationsstil, der zu 2020 und darüber hinaus passt. Aber auch die unglaubliche Frische, Freundlichkeit und Unkompliziertheit, die einem begegnet, wenn man mit der DÜV zu tun hat.

Welche Überlegungen hast du dir bei der Kreation des Logos gemacht?

Die Anforderungen an ein Markendesign haben sich in den letzten Jahren grundsätzlich verändert. Das starre Modell eines Corporate Designs mit Millimetervermassung wurde durch flexiblere Styleguides ersetzt, die mehr Spielraum bieten, um schneller auf technische Innovationen im Werbemarkt und die sich rasant entwickelnden Anforderungen an Marken zu reagieren. Die Marke ist nicht nur ein Logo, sondern mehr auch eine Haltung geworden. Die Inszenierung von schnell verständlichen Aussagen und ein einprägsames Markenbild mit Schriften und Farben waren mir darum besonders wichtig. Und schliesslich, dass die DÜV ihre neue visuelle Identität auch liebt und gerne anwendet

Zum Design selbst: Das Logo erinnert an eine Serifenschrift (die Schriften mit Füsschen). Serifenschriften vermitteln Tradition und Hochwertigkeit. Die Füsschen haben wir allerdings entfernt, weil die DÜV moderner geworden ist. Die tanzenden Buchstaben vermitteln Leichtigkeit und Flexibilität. Die Farbe Türkis haben wir gewählt, weil sie Frische vermittelt und als Lieblingsfarbe der 50er-Jahre, der DÜV-Gründerzeit, zu finden ist. Ausserdem kann man die Farbe auch als Weiterentwicklung des jahrzehntelang eingesetzten klassischen Blaus sehen. Die DÜV bewegt sich an der Schnittstelle von Ausgangs- und Zielsprache, was die Positionierung des Farbfeldes impliziert. Die Werkschrift stammt übrigens von einem jungen Schriftenatelier in Bern – auch hier steckt Schweiz drin.

Wie hast du die Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe Rebranding und der Weko erlebt? In eurer Branche ist es ja eher unüblich, dass so viele Leute an einem Projekt mitwirken.

Das Sprichwort «Zu viele Köche verderben den Brei» trifft auf Branding-Projekte ganz oft zu. Im Falle der DÜV muss ich jedoch sagen, dass man das dem Resultat überhaupt nicht ansieht. Die Feedbacks und Inputs der Arbeitsgruppe und der Weko waren umfangreich und teils auch gegensätzlich, aber immer nachvollziehbar. Die Empfehlungen aus unserem Haus wurden ernst genommen und es ging immer darum, die Ausstrahlung der Marke im Vordergrund zu sehen und nicht den persönlichen Geschmack der einzelnen Gruppen- und Kommissionsmitglieder.

Herzlichen Dank für eure tolle Arbeit!

Herzlichen Dank an Euch! Ich freue mich auf weitere Umsetzungen des Rebrandings und auf eine erneute Zusammenarbeit in den Bereichen Übersetzung und Korrektorat für andere Kunden von uns.

Mirjam Gadient, Giovanna Lo Piccolo,
Marina Bührer-Stoffel, Sybille Bettler

DÜV Excellence Award 2019

5. Dezember 2019

Zum zweiten Mal dieses Jahr durften wir den DÜV Excellence Award vergeben, der eine Masterarbeit aus den Bereichen Fachübersetzen oder Konferenzdolmetschen der ZHAW auszeichnet.

Der diesjährige Preis wurde an Marina Bührer-Stoffel verliehen, für ihre Masterarbeit «Mehrsprachige Gesetzesredaktion. Bedeutung des Übersetzungsprozesses in der Gesetzgebung mit Blick auf die Verfassungsrevision im Wallis». Marina Bührer-Stoffel ist ausserdem Mitglied der DÜV.

Wir möchten ihr an dieser Stelle nochmals für ihre gelungene Arbeit gratulieren.

Giovanna Lo Piccolo und Mirjam Gadient

Ein Co-Präsidium führt uns in die Zukunft

4. Juli 2019

An der spannenden Mitgliederversammlung vom 30. März kam es zu einer zukunftsweisenden Entscheidung: Zum ersten Mal in der Geschichte der DÜV hat ein Co-Präsidium den ausscheidenden Präsidenten (Jaime Calvé) ersetzt. Giovanna Lo Piccolo und Mirjam Gadient präsidieren unseren Vorstand nun gemeinsam.

Die MV wählte ausserdem einen neuen Vorstand. Neben Giovanna und Mirjam sind auch Rahel Schöni, Suzanne Bollinger, Sybille Bettler und Meret Gregoris im Vorstand des Verbandes.

Im Protokoll der diesjährigen MV, das online im Mitgliederbereich publiziert ist, wird vertieft über die Versammlung berichtet.

Stellungnahme zum Beitrag des RSI betreffend die öffentlichen Ausschreibungsverfahren beim Bund

13. März 2019

Kürzlich strahlte das Radio der italienischen Schweiz in seiner Nachrichtensendung einen Beitrag zu den öffentlichen Ausschreibungen des Bundes im Übersetzungsbereich aus (https://www.rsi.ch/rete-uno/programmi/informazione/radiogiornale/Radiogiornale-sera-11398377.html). In der Sendung äusserte sich Roxane Jacobi, die Vizepräsidentin des ASTTI, des Schweizerischen Übersetzer-, Terminologen- und Dolmetscherverbands, kritisch über das Auftragsvergabeverfahren.

Die DÜV bedauert die Entwicklung bei gewissen Sprachdiensten des Bundes und einigen bundesnahen Betrieben ebenfalls zutiefst. Ergänzend zum Beitrag des Radiogiornale ist zu erwähnen, dass im Moment nur zwei Departemente einen Teil ihrer Übersetzungen mittels öffentlicher Ausschreibungen vergeben. Die übrigen Departemente sehen davon ab, da öffentliche Ausschreibungen für die betroffenen Sprachdienste nachweisbar mit einem grossen administrativen Mehraufwand verbunden sind. Auch sind die Sprachdienste nicht wirklich verpflichtet, Ausschreibungen vorzunehmen. Die massgeblichen Kriterien lassen sich innerhalb des gesetzlichen Rahmens nämlich durchaus so festlegen, dass die Schwellenwerte gemäss BöB (Bundesgesetz über das öffentliche Beschaffungswesen) nicht erreicht werden.

Zu bedauern ist des Weiteren, dass bei den Ausschreibungsverfahren einige externe Übersetzerinnen und Übersetzer, die seit Jahren zur vollsten Zufriedenheit der entsprechenden Sprachdienste gearbeitet haben und mit der Fachterminologie bestens vertraut sind, plötzlich ohne Rahmenvertrag dastehen oder, falls sie nach einem aufwändigen Angebotsverfahren den Zuschlag erhalten haben, anlässlich der Mini-Tender nun in Konkurrenz mit branchenfremden Übersetzern stehen, welche Angebote zu Tiefstpreisen abgeben, um einen Auftrag zu ergattern, dann aber zweifelhafte Qualität liefern. So hat der Sprachdienst eines Bundesamtes erst kürzlich eine Übersetzung zu einem Spottpreis ins Ausland vergeben. Die gelieferte Übersetzung erwies sich dann aber als unbrauchbar und musste unter grossem Aufwand von den internen Übersetzern nachgebessert werden.

Auch das von Bundesseite vorgebrachte Argument, dank den öffentlichen Ausschreibungen könne man neue Talente entdecken, vermag wenig zu überzeugen. An Spontanbewerbungen für die begehrten Bundesaufträge mangelt(e) es fürwahr nicht. Über die Fähigkeiten interessanter KandidatInnen würde eine formlose Probeübersetzung ebenso Aufschluss geben wie ein aufwändiges Verfahren, bei dem die Anbietenden zunächst ein detailliertes Dossier erstellen, Dritte um Referenzen bemühen und ein Assessment über sich ergehen lassen müssen, in dessen Zuge die betroffenen Sprachdienste Dutzende von Dossiers auswerten und noch mehr Probeübersetzungen korrigieren müssen, statt selbst produktiv tätig zu sein. In einigen Fällen schien die vom Verfahren ausgehende Arbeitslast sogar so gross gewesen zu sein, dass es bei der Ermittlung der Punktzahlen zu Rechenfehlern gekommen ist und die Anbietenden falschen Kategorien zugeordnet wurden, was sich wiederum nachteilig auf ihre Erfolgsaussichten anlässlich der Mini-Tender auswirkt.

Wie die Erfahrung der letzten vier Jahre gezeigt hat, bergen öffentliche Ausschreibungen im Übersetzungsbereich kaum Sparpotenzial. Im Gegenteil, durch die Vergabe von Übersetzungen ins Ausland entgehen dem Bund zudem Steuer- und Sozialversicherungseinnahmen. Erhalten die in der Schweiz wohnhaften Übersetzerinnen und Übersetzer weniger Aufträge, sinkt letzten Endes auch ihre Kaufkraft, was sich wiederum auf die restliche Wirtschaft negativ auswirkt.

Die DÜV teilt die Meinung, dass mit Steuergeldern haushälterisch umgegangen werden muss. Dass öffentliche Ausschreibungen der richtige Weg sind, wagt sie jedoch zu bezweifeln, insbesondere angesichts der Tatsache, dass gerade im Übersetzungsbereich Erfahrung, Landes- und Branchenkenntnisse der Beauftragten besonders wichtig sind.

Eine Arbeitsgruppe der DÜV hat mit mehreren Sprachdiensten des Bundes Gespräche geführt und wird nun die ihr gebotene Gelegenheit nutzen, Vorschläge zur Verbesserung des Verfahrens zu unterbreiten.

Abb.: Der DÜV-Präsident, die verdiente Gewinnerin und die Geschäftsführerin der DÜV (v.l.n.r.)

DÜV Excellence Award 2018

13. November 2018

Anlässlich der Diplomfeier vom 31. Oktober 2018 an der ZHAW hat die DÜV erstmals ihren Excellence Award verliehen.
Dieses Jahr ging der mit CHF 1’800.00 dotierte Preis an Nathalie Dominique Nüssli für ihre ausgezeichnete Masterarbeit mit dem Titel „Übersetzen in die Leichte Sprache: Übersetzungsprobleme, Übersetzungslösungen und Auswirkungen auf das Textverständnis von Menschen mit Downsyndrom“.

Darin hat die Übersetzerin untersucht, wie Personen mit Downsyndrom einen medizinischen Text in einfacher Sprache aufgenommen haben und gleichzeitig auf die Risiken der sogenannten Leichten Sprache hingewiesen. Mehr Informationen:

https://www.facebook.com/zhawiued/photos/a.371744892865720/2398937520146437/?type=3&comment_id=2402265226480333

Die DÜV wird Mitglied der AföB

12. November 2018

Am 17. September 2018 ist die DÜV der Allianz für ein fortschrittliches Beschaffungswesen (AföB) beigetreten. Die AföB ist ein Zusammenschluss von Verbänden und Organisationen, deren Mitglieder intellektuelle Dienstleistungen an öffentliche Auftraggeber anbieten. Sie vertritt die Interessen von 27 Verbänden mit rund 3’600 Firmen und 36’650 Einzelmitgliedern und setzt sich für ein Beschaffungsrecht ein, das auch im Bereich der intellektuellen Dienstleistungen einen echten Preis-Leistungs-Wettbewerb ermöglicht.

Da im Bereich des Übersetzens und Dolmetschens immer häufiger Ausschreibungen vorgenommen werden, freut sich die DÜV, mit der AföB ein starkes Partnernetzwerk an ihrer Seite zu wissen.